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Spine

Spine

Der Spine gibt die Durchbiegung (Biegesteifigkeit) eines Pfeilschafts in Pfund an. Dieser Wert muß zu den Eigenschaften des Bogens passen, um ein gutes Schussverhalten zu erzielen.

Spine ist ein Begriff aus dem Englischen. Bei einem Pfeil bezeichnet der (statische) Spine, wie stark er sich bei unbeschleunigter Belastung durchbiegt. Er wird bei Holzpfeilen gemessen, indem man den Pfeil im Abstand von 26″ unterlegt und dann in der Mitte mit einem Gewicht von 2 Pfund belastet. Ein Bogen mit 40# benötigt ungefähr einen Pfeil mit einem 40er-Spine. Wirklich genau passende Pfeile lassen sich nur durch Ausprobieren finden, da auch die Schiesstechnik des Schützen, das Schussverhalten des Bogens, der Griff und weitere Parameter darauf Einfluss haben.

Pfeile aus anderem Material (wie Carbon oder Aluminium) haben andere Spinewerte; er wird als Durchbiegung in Tausendstel Zoll angegeben. Dadurch erhält man zum Beispiel 300er- oder 1000er-Schäfte.

Schwächere Bogen benötigen weichere (im Sinne des Spines) Pfeile als stärkere Bögen. Für den passenden Pfeil ist allerdings nicht nur der statische Spine von Bedeutung, sondern auch der dynamische Spine, der unter anderem beeinflusst wird durch

  • das Gewicht der Spitze: Eine schwere Spitze benötigt zum Beschleunigen mehr Energie (man stelle sich den Unterschied vor, ob man mit einem Holzstecken einen Golfball oder einen VW Golf ins Rollen bringen will), und der Pfeil biegt sich stärker durch. Aus diesem Grund wird der Rohschafttest immer mit bereits montierten Spitzen durchgeführt.
  • die Länge des Schaftes: Je länger der Pfeilschaft, desto leichter lässt er sich biegen.

Somit hat man mehrere Möglichkeiten, den Spine beim Rohschafttest zu korrigieren. Einen zu steifen Schaft kann man dünner machen oder mit einer schwereren Spitze versehen, ein zu weicher Schaft wird entweder gekürzt oder bekommt eine leichtere Spitze. (Oder wird für einen leichteren Bogen verwendet.)